Die Brühe, mit ihrem erkennbaren Geschmack, gehört zu unserer Nationalkultur und ist ein absoluter Klassiker unter den Suppen. Ohne diese goldene Suppe aus Gemüse und Fleisch können sich viele von uns ein hausgemachtes Mittagessen am Sonntag nicht vorstellen.
Das Kochen einer Brühe ist eine Tradition, die mit Erinnerungen an mein Zuhause verbunden ist. An jedem Sonntag wurde das Gericht auf unserem Tisch serviert, nicht nur mittags sondern sogar auch zum Frühstuck und Abendessen.
Die Vorbereitung der Brühe wurde zu einem Sonntagsritual in unserem Zuhause. Die Mutter stand in aller Frühe auf und begann die Brühe herzurichten.
Außerdem war die Brühe ein unentbehrliches und wirksames Medikament, wenn jemand in der Familie erkrankte. Man war nämlich der Überzeugung, dass der Verzehr dieser Speise während der Rekonvaleszenz den wirksamsten Weg zur Besserung darstellte.
Eine Brühe mit Suppennudeln gehört auch zu den Lieblingssuppen meiner Kinder. Die Kochzeremonie beginnen wir schon am Samstag. Nach unserer Familientradition kochen wir eine Stunde lang das Fleisch mit Nelkenpfeffer und Lorbeerblatt, danach eine Stunde lang mit Wurzelgemüsen, und eine weitere Stunde mit gerösteter Zwiebel und Lauch. Wir geben auch eine Knoblauchzehe, Petersiliengrün und Sellerieblätter dazu.
Das Finale für unsere Brühe bildet am Montag eine Tomatensuppe, die auf der Basis der Wochenendsuppe aus Gemüsen und Fleisch vorbereitet wird.
Gerade dank dieser Brühe haben wir eine eigene einzigartige Familientradition geschaffen.
Meiner Frau schmeckt eine Geflügelbrühe aus Huhn am besten. Jedoch wenn ich meine Lieblingsbrühe koche, mische ich das Huhn mit Rindfleisch zusammen. Sobald die Suppe fertiggekocht ist, nehmen wir das Gemüse heraus. Die Karotten schneiden wir in Scheiben und servieren sie mit einer Brüheportion in einem Schälchen. Selbstverständlich ist eine Brühe mit hausgemachten Nudeln am besten, aber sie schmeckt auch lecker mit den gekauften Nudeln aus fünf Eiern.
Das Wichtigste, was beim Kochen beachtet werden muss, ist, dass eine gute hausgemachte Brühe viel Zeit braucht und daher sehr lange gekocht werden muss.
Soll es „wie bei Muttern” sein, dürfen wir nicht vergessen, dass diese Suppe aus Hühnerfleisch hergestellt wird!!!!!
Es ist die beste Basis für die Königin der polnischen Suppen.
Also dann an die Arbeit!
Rafał Kaczor
„Hier schließt der Wojski und giebt mit seinem Stab das Zeichen. Gleich kommen paarweis' die Diener, die die Speisen reichen:
Den Anfang macht der Barszcz, der Königsbarszcz genannt,
Dann altpolnische Brühe, bereitet von Künstlerhand;
Der Wojski that noch auf geheimnißvolle Weise
Ein Münzenstück und mehrere Perlen in die Speise:
Solch' eine Brühe ist stärkend, blutreinigend. „
Abschnitt aus dem Epos „ Pan Tadeusz” [Herr Thaddäus] des polnischen Nationaldichters Adam Mickiewicz. Übersetzung von Siegfried Lippiner.